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Wahlen in Kap Cannabis Sativa - Stadtrat wiedergewählt
Kap Cannabis Sativa (haü) In der nördlichsten Großstadt Pottylands ticken die Uhren bekanntlich etwas entspannter. Das bewies auch die diesjährige Stadtratswahl, die am vergangenen Wochenende stattfand – oder zumindest offiziell auf dem Papier stand. Der amtierende "provisorische" Stadtrat wurde mit einer überwältigenden Mehrheit der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt.
Das Bemerkenswerte an diesem erdrutschartigen Wahlsieg: Es gab absolut keine Gegenkandidaten. Und was noch viel faszinierender ist: Die sechs amtierenden Stadträte - Dimitri Knöterich, Helga Fransen, Guido Ludwigs, Inga Klein, Joe Lauer und Conny Großmann - hatten nicht einmal mitbekommen, dass überhaupt Wahlen anstanden. Entsprechend fiel auch der Wahlkampf aus: Er fand schlichtweg nicht statt. Weder wurden Plakate geklebt, noch Reden geschwungen. Stattdessen waberte wie gewohnt der mysteriöse, süßlich duftende Nebel aus den Sitzungssälen des Rathauses, während die Räte ihrer wichtigsten Pflicht nachkamen: der täglichen, akribischen "Vollständigkeits- und Qualitätskontrolle" im großen Hanf- und Alkoholdepot im Rathauskeller.

Wahlhelfer Bernd alleine im Wahllokal
Als Wahlleiter und Reporter versuchten, dem Obersten Rat Dimitri Knöterich auf dem Marktplatz zum fulminanten Sieg zu gratulieren, blickte dieser nur verwirrt unter seinem Schnurrbart hervor und murmelte: "Wahlen? Was wirdn gewählt?"
Die Wahlbeteiligung war erwartungsgemäß historisch niedrig. Wer hat denn schon lust an einem Sonntag in die nächste Grundschule zu gehen, um dort sein Kreuz zu setzen. Nur schätzungsweise 4,20 Prozent der wahlberechtigten Bürger konnten sich dazu aufraffen. Die Zufriedenheit der rund 100.000 Einwohner von KCS ist hingegen auf einem Allzeithoch. Auf den Straßen herrscht kollektive Einigkeit: Warum sollte man auch jemanden abwählen oder sich selbst um den stressigen Job des Stadtrats antun wollen?
"Das bleibt alles so, wie es ist, und es wird sich hier nix dran rütteln!" so die anonyme Passantin Ellen Nice zur aktuellen politischen Lage ihrer Heimatstadt.
Sogar aus dem Regierungsviertel der Hauptstadt Potopia gab es höchstoffizielles Lob für diesen reibungslosen und absolut stressfreien demokratischen Prozess. Hanf- und Kulturminister Sir Jonny wurde auf dem Herrenklo des Ministeriums auf die Wahl angesprochen. Er rückte seine Sonnenbrille zurecht, zog seinen Morgenmantel etwas enger, grinste zufrieden und kommentierte das Wahlergebnis in seiner gewohnt eloquenten Art: "Cool. Jooooaaaa... find ich... find ich gut. Ist gut. Gnihihihihihi."
Damit hat die Wahl nicht nur demokratische, sondern auch kulturelle Legitimation erhalten. Für den wiedergewählten provisorischen Stadtrat in KCS gilt ab sofort hochoffiziell das begehrte Qualitätssiegel: Sir Jonny approves™